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Steht nach 19 Jahren der rätselhafteste Juwelenraub
in Deutschland vor der Aufklärung? Superagent Werner
Mauss, der den Fall damals übernommen hatte, fühlt
sich bestätigt: Der Raub sei 1981 fingiert worden.
„Der Juwelier hat mir Schmuckstücke, die er als
geraubt gemeldet hatte, später in einem Hotel in
Bremen hinterlegt“, sagte Mauss WELT am SONNTAG.
3.400 Schmuckstücke, vierzig Kilo schwer, im Wert
von knapp 13,7 Millionen Mark waren am helllichten
Tage des 31. Oktober 1981 aus einem Schmuckgeschäft
des Juweliers René Düe am Kröpcke in Hannover
verschwunden. Am Boden lag blutend Düe, im ersten
Stock gefesselt und geknebelt seine Mutter – beide
angeblich überfallen.
Juwelier Düe wurde beschuldigt, den Überfall
vorgetäuscht zu haben, um 13 Millionen Mark
Versicherungssumme zu kassieren. Die angeblichen
Räuber wurden mit einem Aktenkoffer von Zeugen
gesehen. Aber da passten unmöglich vierzig Kilo
Schmuck rein.
1984 wurde Düe wegen Unterschlagung zu sieben
Jahren Haft verurteilt.
Der Bundesgerichtshof und zwei
Untersuchungsausschüsse des niedersächsischen
Landtages beschäftigten sich mit seinem Fall. Das
Urteil wurde aufgehoben u.a. weil Beweise nicht
zugelassen wurden. 1989 wurde Düe freigesprochen. Er
erhielt für 870 Tage erlittener Haft eine
Millionen-Entschädigung. Jetzt betreibt Düe, 52, in
Westerland auf Sylt eine Juwelengalerie. |
In
dieser Woche lieferte plötzlich ein Rechtsanwalt
10,8 Kilo des verschwundenen Schmucks bei der
Polizei in Hannover ab. Er tue das im Auftrage
seines Mandanten, dessen Namen er nicht nennen
dürfe, sagte er. Angeblich wurde der Schatz bei der
Sanierung eines Hauses in Hildesheim entdeckt.
Welche Rolle spielte Agent Mauss damals in dem
Krimi?
Er war ziviler Mitarbeiter des
Bundeskriminalamtes (BKA) und wurde in Absprache mit
der hannoverschen Polizei als verdeckter Ermittler
eingeschaltet. Er sollte das Vertrauen von Düe und
seinem Umfeld gewinnen.
Das gelang Mauss. Er spielte der Familie vor,
hinter ihm stände ein Syndikat, das den Schmuck
aufkaufen wolle. Ein Schwager Dües wurde nach
Sydney, Rom und auf die Kanarischen Inseln geführt.
Durch ihn traf Mauss den Juwelier persönlich.
Schließlich brachte Düe einen Koffer mit
Schmuckstücken, die er als geraubt gemeldet hatte,
in das Bremer Hotel „Columbus“. Der Verdacht: Düe
wollte einen anderen belasten.
Düe wurde zwar freigesprochen – aber die
Versicherungssumme verweigerte ihm das Gericht wegen
arglistiger Täuschung.
Mit freundlicher Genehmigung des
Verlages
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